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04.06.2003
Harambure Familienstiftung: Leitmotive
 
 

LEITMOTIVE DER FAMILIEN STIFTUNG HARAMBURE

 

Es darf nicht zugelassen werden, dass alleine die Beruecksichtigung von wirtschaftlichen Faktoren im Vordergrund stehen. Die Wirtschaft kann ihre Finalitaet nur im Wohlstand der Menschen begruenden. Jede andere Finalitaet ist ein Synonym von Egoismus und Ausschliessung, was wiederum den Boden fuer neue Ungerechtigkeiten und kriegerische Tendenzen bereitet. Aufgrund des latenten Hedonismus der Entscheidungstraeger, sowie aufgrund des wirtschaftlich begruendeten Egoismus, (Konkurrenzdenken und ueberbewerteten Schutzgedanken) wird die Wirtschaft aus Mangel an moralischen Werten und Visionen immer mehr nach unten gezogen.. Die grossen und global System bedingte Probleme sind Ursachen fuer eine persoenliche „Nichtverantwortung“ bzw. eine Verschiebung der Verantwortung nach oben. Es entsteht eine Delegation der Loesungen an die internationalen Institutionen, und genau dies erlaubt jedem, die realen und latenten Miseren zu ignorieren. Die Sozialhilfe, so gut sie auch sein mag, wird immer mehr anonymisiert und systematisiert. Begriffe wie Teilen, Solidaritaet, Hilfe und Geschenk, gehen zu Gunsten einer politischen Finalitaet verloren.

 

Genau das Gegenteil der obengenannten Entwicklung ist in den Interventionen und Unterstuetzungsmassnahmen der Stiftung zu finden, weil sie die menschliche Finalitaet der wirtschaftlichen Aktivitaeten hervorhebt. Die Begriffe Kooperation, Gegenseitigkeit, Solidaritaet, Partizipation, Teilung und Respekt sind als integrierenden Teil des Hilfsprogramms betrachtet. Im Gegenzug erwartet die Stiftung die reziproke Realisierung dieser Werte.

 

Weltweit hat die Marktwirtschaft den Entwicklungslaendern mehr geholfen als geschadet und Armut reduziert, wenn auch nicht in gleichmaessiger Art und Weise. Die ehemals „armen Laender“, die fuer Marktwirtschaft und Weltoffenheit gestanden sind, haben ein viel hoeheres Einkommen, als das derjenigen Laender, die sich andere Systeme oder militaerischen Regimen unterworfen haben. Verstaatlichung von reine Wirtschaftliche Aktivitaeten, gewaltsame Umverteilung, sowie Beschraenkung von Privateigentum oder unternehmerischer Initiativen sind die besten Rezepte fuer die Verbreitung von Armut und Unterentwicklung.  Dass die derzeitige Kluft zwischen Arm und Reich groesser geworden ist, mag eine Tatsache sein, stellt aber keine Veraenderung der Armut als solche dar.

 

Globale Loesungen wie sie derzeit gesucht werden, sind nur bedingt lebensfaehig, besonders, wenn diese Loesungen von einer internationalen Buerokratie kontrolliert und durchgefuehrt werden. Die Realitaet ist dass der Globalisierungsprozess sich jeglicher Kontrolle entzieht. Die Wirtschaftsmacht, ob man es will oder nicht, „fliesst“ global, die Politik ihrerseits, bleibt lokal und kann nur noch Schadensminimierung betreiben. Die Probleme sind somit weder durch die Masse des Geldes, noch durch die gesetzliche Verteilung des Geldes zu korrigieren, sondern ausschliesslich durch Verhaltungsmodi, die im Sinne eines freiwilligen Teilens stattfinden.

 

Hier duerfen Spaltung und Krisen, Meinungsunterschiede und Konflikte nicht abschrecken. Im Gegenteil, sie sollen uns provozieren und anregen. Sind nicht die Differenzen, Verschiedenheiten, Ungleichgewichte und Uneinigkeiten Ergebnisse unseres unbegrenzten menschlichen Reichtums? Eine „Spiritualitaet der Einheit“ in der Vielzahl der Meinungen, im Respekt der Differenzen und Formen, wird hier als Loesung angeboten.

 

1)) Dialog mit anderen, seien es politische Gegner oder andere Religionen,

2)   Erfahrung von Solidaritaet in der Wirtschaft,

3)   Einbeziehung von Loyalitaet und gegenseitiger Achtung,

4)   Beteiligung an Unternehmen in unterschiedlichem Mass, und waere es nur durch Information,

5)   Entwicklung einer Kultur der Legalitaet, auch wenn dies schmerzhaft ist,

6)   Widmung groesster Aufmerksamkeit in Hinblick auf Arbeitsplaetze und Umweltschutz,

7)   Einstellung, Beduerfnissen anstelle von Vorteilen den Vorrang zu geben,

8)   Einstellung, Vorrang dem Gemeinnuetzigem gegenueber dem Eigeninteresse zu geben,

9)   sachgerechte Steuergesetzgebung, die moralisch fuer den Steuerzahler vertretbar ist,

10) die Zeit nicht mehr als Feind betrachten, sondern die Qualitaet der Zeit integrieren.

 

Dafuer ist es nicht notwendig, eine neue Form von Staaten oder Unternehmen zu erfinden, sondern nur die bestehenden Strukturen von innen her umzuwandeln. Dies ist moeglich, wenn aus dem „Geist der Einheit“ gelebt wird, um die vielen innere Kontraste, die alle menschlichen Organisationen behindern und oft lahm legen, zu ueberwinden. Armut, Gewalt, Drogen, Arbeitslosigkeit und Ungerechtigkeiten sind Indikatoren fuer fehlende gesellschaftliche Harmonie. Gesellschaftliche Harmonie kann nur das Ergebnis des nicht egozentrischen Denkens in den gesellschaftlichen Strukturen sein.

 

Leitlinien und Visionen. Der Versuch, den Himmel auf Erden einzurichten, produziert stets die Hoelle. Leitlinien und Visionen sind allerdings wichtig und handlungsleitend. Somit stellen wir uns vor, dass die Wirtschaftsentscheidungen und Aktivitaeten zu ihrer Genesung folgende Kriterien benoetigen:

 

÷konomisch machbar durch Integrierung der Dimension des Marktes

÷kologisch erhaltbar durch Integrierung der Dimension des Raumes

Sozial ausgewogen und solidarisch durch Integrierung der Dimension des Menschen

Nachkommensgerecht und wirtschaftlich vorsorgend durch Integrierung der Dimension der Zeit

 

Hierzu ist es notwendig:

 

Sachgerecht zu wirtschaften - sowohl oekonomisch als auch oekologisch;

Menschengerecht zu wirtschaften, bzw. sozial, solidarisch und kooperationssuchend, statt konkurrenzorientiert,

Gesellschaftsgerecht zu wirtschaften, um vorzusorgen, statt spaeter nachsorgen zu muessen.

 

Die Gewinnmaximierung ist somit nicht nur Bilanzmaessig, sondern auch auf anderer Ebene wahrzunehmen.

 

 

 

 


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